Jahresbericht 2018

Ethik am Lebensende – So sorgt
die Zentralschweiz in zwölf Jahren

«Wie sieht die Zentralschweiz im Jahr 2030 aus, was die Sorge um Menschen am Lebensende angeht?» Diese Frage wurde an der Fachtagung Palliative Care der Caritas Luzern behandelt. In Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden intensiv an einer Sorgekultur, wie sie in Zukunft gelebt werden könnte.

Im Zentrum MaiHof in Luzern sprachen am 14. September 2018 Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen für einmal ganz offen über ein Thema, das sonst eher hinter vorgehaltener Hand aufkommt: das Sterben. Gegenstand der Tagung war unter anderem das Konzept der «Caring Communities», welche das Leben und Sterben nicht nur Profis und Ehrenamtlichen überlässt, sondern eine ganze Gemeinschaft einbezieht.

Sterben ist stark institutionalisiert

Die beiden Referenten, Susanne Kränzle als Leiterin des Hospizes in Esslingen, und Andreas Heller, Professor für «Palliative Care» an der Universität Graz, gaben vorerst Inputs aus ihrer Erfahrung wieder.

So wies Heller darauf hin, dass zwei Drittel der Menschen gern zuhause sterben würden – was allerdings bei den heutigen Begebenheiten nur für die wenigsten möglich ist. Er fasste zusammen: «Sterben ist zu stark institutionalisiert; der Mensch sollte wieder stärker im Zentrum stehen.»

Weiter ging es um die Bedeutung von Freiwilligenarbeit, die es möglich macht, den Sterbenden kostbare Zeit zu schenken, wie auch um grosse ethische Fragen am Lebensende.

Zukunftswerkstatt mit überraschenden Ergebnissen

Im Anschluss an die Referate waren die Teilnehmerinnen eingeladen, in Gruppen an einer zukünftigen, besseren Sorgekultur zu arbeiten. Die Ergebnisse waren überraschend, kreativ und vielfältig.

Sie reichten von einer Art Gesundheits-Chip, welcher der Einzelne auf sich trägt, bis zu tragenden Netzwerken im näheren Umfeld. Auch eine Sorgezeit, die ähnlich wie ein Mutterschaftsurlaub bezogen werden kann oder gar obligatorisch in Form von Freiwilligenarbeit eingesetzt werden muss, wurde diskutiert.

Gemeinschaftsgefühl soll wachsen

Einig waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass das Gemeinschaftsgefühl wachsen soll und die Finanzen in den Hintergrund rücken sollen. Ein Satz tauchte zudem immer wieder auf: «Das Sterben muss wieder einen festen Platz im Leben haben.»

Mehr Infos zur Begleitung in der letzten Lebensphase finden Sie hier.

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