Jahresbericht 2015

«Fokussierung aufs Wesentliche – neuen Ideen und Möglichkeiten Raum geben.»

Titus Alpiger ist seit 2003 bei der Caritas und leitet zusammen mit Markus Flüeler den Bereich Arbeit + Umwelt.

 

2015 war für die Caritas Luzern von vielen Umbrüchen geprägt. Wie hat sich das im Bereich Arbeit + Umwelt ausgewirkt?
Im Vergleich zu anderen Bereichen hat uns das nicht extrem belastet, weil es uns nur indirekt betrifft. In den zwei Gruppen bei «Arbeit und Umwelt» à je rund 15 Klienten hatten wir bisher ab und zu zwar auch Asylbewerbende oder Flüchtlinge, aber nur wenn genügend Platz vorhanden war. Dass dies in Zukunft nicht mehr so ist, fällt nicht gross ins Gewicht, da unser Programm durch die RAV-Zuweisungen tendenziell voll ist. Wenige Flüchtlinge werden weiterhin von der SAH zugewiesen werden. Sorgen bereitete uns hingegen, dass wir durch die Umstrukturierung den Auftrag zur Umgebungspflege der Asylzentren im Kanton verloren haben. Das hat uns viele spannende Arbeitsstunden für die Teilnehmenden gesichert, die jetzt wegfallen und das Auftragsvolumen in der Höhe von etwa 30’000 Franken ist für uns natürlich auch ein recht wesentlicher Verlust. Da in unserem Business die Auftragslage jedoch grundsätzlich mal besser und mal schlechter ist, sind wir allerdings mit Schwankungen recht vertraut und zuversichtlich, dass wir das mit neuen Aufträgen wieder wettmachen können.

 

Was waren für Sie 2015 die Highlights und Herausforderungen?

Im Wissen darum, dass wir den erwähnten Auftrag zur Umgebungspflege der Asylzentren verlieren werden, haben wir nach Alternativen gesucht. Dazu gehört auch, dass wir letztes Jahr die Dienstleistungen im Bereich Brennholz auszubauen begannen. Hier zeichnen sich bereits jetzt erste Erfolge ab und das freut uns natürlich sehr: Wir konnten den Verkauf von Brennholz auf 240 Ster steigern, das ist der bisherige Rekord! Sehr gefragt sind momentan zudem die Konstruktion von Insektenhotels und das Spiel «Kubb», die wir beide im Auftrag herstellen. Wichtig und fruchtbar sind die Zusammenarbeiten mit Organisationen und Institutionen wie dem Staatsforstbetrieb, der Pro Natura und verschiedenen Gemeinden. Das führt immer wieder zu schönen Aufträgen, bei denen unsere Teilnehmenden ihre Erfahrungen als (Hilfs-)Handwerker teils auch selbständig einbringen können und entsprechend motiviert sind. Dass bei «Arbeit und Umwelt» so konkret Hand angelegt werden kann, wird extrem geschätzt und tendenziell sind unsere Teilnehmenden sehr motiviert im Einsatz.

 

«Fokussierung als Chance»: Was bedeutet diese Aussage für Sie und wo wenden Sie das bei Ihrer Arbeit an?

Generell sind unsere Arbeitsaufträge sehr konkret: Ob im Freien einen Waldweg ausbessern oder in einer Liegenschaft Platten legen – es geht darum, handfeste Aufträge korrekt und sorgfältig auszuführen. Das bedingt per se schon eine Fokussierung aufs Wesentliche. Die Fokussierung auf das Wachstum in der Brennholzverarbeitung und dem –verkauf, kann eine Chance für die Zukunft sein. Im organisatorischen Bereich ist unsere Kernaufgabe, dass wir immer genügend Arbeit für die rund dreissig Teilnehmenden haben. Damit dies gelingt, braucht es eine gute Vernetzung mit Gemeinden, Institutionen und auch privaten Auftraggebern. Darauf fokussieren wir uns. Für unsere Dienstleistungen können wir nicht wie Firmen in der Privatwirtschaft Werbung machen, darum ist es umso wichtiger, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda gut funktioniert. Dass dies auch letztes Jahr wieder so war zeigt, dass wir einen guten Job machen und die Auftraggeber zufrieden mit der Caritas sind.

 

Wie schauen Sie in die Zukunft bezüglich Ihrer Arbeit und der Caritas allgemein?
In den rund dreizehn Jahren, die ich bei der Caritas bin, hat sich immer wieder viel bewegt. Ich denke, dass dies auch in Zukunft so bleibt und sich wieder neue Projekte und Felder auftun. Eine Non-Profit-Organisation ist gewohnt, dass sie flexibel sein muss. Das ist auch in meinem Bereich «Arbeit und Umwelt» eine Stärke: Fällt ein Auftrag weg, suchen wir nach neuen Ideen und Möglichkeiten, um ihn zu kompensieren. Ich bin zuversichtlich, dass die Caritas Luzern diese Herausforderungen auch in Zukunft erfolgreich meistern wird.

 

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