Jahresbericht 2014

Elif und Milka

Attestlernende Verkauf

Elif Sulejman und Milka Nedeljkovic machen beide eine Attestausbildung im Verkauf am Standort Bleicherstrasse. Milka ist im ersten Lehrjahr und arbeitet im Caritas-Markt. Hier füllt sie die Gestelle auf, kümmert sich um Bestellungen und Lieferungen und hilft auch an der Kasse mit. Der Caritas-Markt ist nur für Leute mit Einkaufskarte zugänglich, für Menschen am Existenzminimum, die hier Lebensmittel und andere Alltagsartikel zu günstigen Preisen finden.

Bereits im zweiten Lehrjahr ist Elif. Sie ist im Laden von Caritas Wohnen für eine ganze Abteilung zuständig, hält die Auslage instand und leitet dazu auch Teilnehmende an, die sie dabei unterstützen. Bei Caritas Wohnen finden sich viele Secondhand-Artikel, aber auch Neuware aus Liquidationen ist im Angebot. Die Preise sind günstig, Caritas Wohnen ist für alle zugänglich

 

«Meine Aufgabe ist es, ihnen lieb zu erklären, dass ich nicht immer alles wissen kann, was wir haben.»

 

«Speziell ist, dass wir sehr viele Stammkunden haben. Ich bin jetzt bald zwei Jahre da, und es gibt viele, die fragen nach, wie es mir geht und so.» Elif schätzt den guten Kontakt, den sie zu vielen Kunden hat. Es gibt aber auch Kunden, die immer etwas günstiger kaufen möchten, als es angeschrieben ist. Und es gibt jene, die nicht verstehen, dass Elif nicht immer das ganze Sortiment kennt. «Je nachdem, was wir bekommen, wechselt unser Sortiment. Meine Aufgabe ist, es ihnen lieb zu erklären, dass ich nicht immer alles wissen kann, was wir haben.»

 

«Es gibt Kunden, die kommen jeden Tag, und ich freue mich, sie zu sehen.»

 

Hierbei geht es Milka ähnlich. Standardprodukte wie Gemüse, Früchte, Milch, Joghurt, Zucker usw. sind immer vorrätig. Anderes halt nicht. Manchmal gibt es Aktionen, weil man Überschüsse beziehen konnte. Auch Milka muss den Kunden dann halt erklären, dass nicht immer alles vorrätig ist wie bei einem Grossverteiler. Genau wie Elif schätzt Milka den guten Kontakt zu den Kunden, aber nicht immer. «Es gibt Kunden, die kommen jeden Tag, und ich freue mich, sie zu sehen. Dann gibt es andere, die «machen mich an». Das finde ich gruusig.» Da geht sie dann lieber auf Distanz.

 

«Wenn die Teilnehmenden dann gehen, weil sie einen neuen Job haben, macht mich das traurig.»

 

Bei Caritas Wohnen ist der Flohmarkt die Abteilung mit dem grössten Umsatz. Daneben gibt es auch Möbel und Kleider, sogar Brautkleider hängen hier. «Hochzeitskleider haben wir schon mehrmals verkauft, die Leute sind immer ganz glücklich, dass sie günstig etwas Passendes gefunden haben» erklärt Elif. Um das Sortiment zu pflegen, kann sie mit den Teilnehmenden der Beschäftigungsprogramme zusammenarbeiten. Sie schätzt die gute Stimmung, die im Betrieb herrscht. «Es ist fast wie eine Familie, das finde ich schön.» Doch der stetige Wechsel bei den Teilnehmenden der Beschäftigungsprogramme ist nicht immer einfach zu ertragen. «Wir haben immer wieder neue Teilnehmende. Durchs Zusammenarbeiten kommen wir einander näher und verstehen uns gut. Wenn sie dann gehen, einen neuen Job haben, macht mich das traurig.»

 

«Wir können bei der Arbeit auch etwas Privates erzählen. Das finde ich gut, das motiviert mich.»

 

Auch Milka hat dies bereits im ersten Lehrjahr schon mehrfach erfahren: «Es gibt Leute, die habe ich so gern bekommen, und dann gehen sie plötzlich. Aber es kommen immer wieder neue.» Für beide Lernenden sind aber auch ihre Vorgesetzten wichtig, die sie anleiten und mit denen sie sich auch persönlich austauschen können. Sie wissen, dass sie sich auch in speziellen Situationen ihnen anvertrauen können. «Wir haben viel zu tun und arbeiten viel. Wir können dabei aber auch etwas Privates erzählen. Das finde ich gut, das motiviert mich.»

 

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