Jahresbericht 2014

Markus Schmid

Sozial- und Schuldenberatung

Markus Schmid arbeitet seit Februar 2014 als Sozial- und Schuldenberater bei der Caritas Luzern.
Er berät und unterstützt Menschen bei sozialen und finanziellen Fragen. Hilfesuchende können sich auf verschiedene Weise bei der Caritas Luzern melden. Markus Schmid beantwortet Mails, macht Kurzberatungen am Telefon und führt täglich ein oder zwei Beratungsgespräche, nachmittags leistet er Schalterdienst. In den Beratungen wird zuerst immer die Situation geklärt, um zu schauen, was die Klienten brauchen.
Dazu gehört beispielsweise das Vermitteln bei Problemen mit Ämtern, Behörden oder Gläubigern oder auch das Überbrücken von Notsituationen. Meistens geht es um finanzielle Probleme.

«Die Sozial- und die Schuldenberatung fliessen oft ineinander. Viele Klienten haben bereits Schulden, melden sich aber wegen eines anderen Problems. Mit einer individuellen Budgetplanung und Schuldenberatung zeige ich ihnen, wo Optimierungspotential liegt.» Der Sozialarbeiter klärt aber auch rechtliche Fragen im Zusammenhang mit Schulden oder zeigt auf, wie das Betreibungsverfahren funktioniert. Bei Notsituationen besteht zudem die Möglichkeit einer einmaligen Finanzhilfe. «Ich habe immer wieder Klienten, die sich grad so durchschlagen, wenn aber eine unvorhergesehene Zahnarztrechnung ins Haus flattert, kippt ihr Budget und es droht eine Verschuldung.»

 

«Nähe und Distanz sind wie ein Pendel, das hin und her geht. Man muss gut hinhören und es braucht eine gewisse Nähe und Empathie, um die Klienten zu verstehen. Aber auch die nötige Distanz ist wichtig, man muss sich emotional abgrenzen können.»

 

In seiner Arbeit geht es Markus Schmid vor allem um das richtige Mass von Nähe und Distanz: «Nähe und Distanz sind wie ein Pendel, das hin und her geht. Man muss gut hinhören und es braucht eine gewisse Nähe und Empathie, um die Klienten zu verstehen. Aber auch die nötige Distanz ist wichtig, man muss sich emotional abgrenzen können. Ziel ist es, das Pendel möglichst in der Mitte zu halten. Das ist aber nicht immer möglich. Innerhalb eines Gesprächs kann es mal mehr Distanz, mal mehr Nähe geben oder brauchen. Die Klienten und ich steuern das Pendel mit.»

Der Sozialarbeiter ist immer wieder mit schwierigen Schicksalen konfrontiert. Die Klienten sind oft sehr emotional, und es fliessen auch mal Tränen. Er wird deshalb oft gefragt, wie er es schafft, die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. «Zum einen habe ich das in der Ausbildung gelernt. Zum anderen ist auch die Berufserfahrung wichtig. Mit der Zeit fällt es einem leichter, sich abzugrenzen. Zudem versuche ich immer wieder, mir meiner Rolle bewusst zu werden. Ich bin in dem Moment Mitarbeiter der Caritas Luzern mit einer bestimmten Funktion und nicht die Privatperson.» Somit gelingt es ihm, sachlich und professionell zu bleiben, was am Ende auch für die Klienten am besten ist.

 

«Manchmal spürt man den Atem direkt im Gesicht, nimmt Gerüche wahr. Dann trete ich einen Schritt zurück.»

 

In der Beratung sind Nähe und Distanz auch räumlich wichtige Aspekte. «Wenn ich Gespräche habe, schaue ich, dass das Besprechungszimmer genug Platz hat. So kann ich auch mal wegrücken, wenn es mir zu nah wird.» Und auch beim Schalterdienst spielen die räumliche Nähe oder eben auch Distanz eine Rolle. Die Beratungsräume sind ziemlich klein, und nur eine Theke trennt die Klienten vom Sozialarbeiter. «Manchmal spürt man den Atem direkt im Gesicht, nimmt Gerüche wahr. Dann trete ich einen Schritt zurück.» Es gibt aber auch Klienten, die einen Meter weg von der Theke stehen und auf Distanz gehen. «In solchen Situationen muss ich mich eher ein wenig über die Theke lehnen, damit ich in Kontakt treten kann.»

Einige Klienten wünschen sich aber auch mehr Nähe, als der Sozialarbeiter im Rahmen seiner Tätigkeit geben kann. «Ich fände es schön, wenn wir in der Sozial- und Schuldenberatung vermehrt mit Freiwilligen arbeiten könnten. Diese sind den Klienten näher als wir Professionellen. Das würde unseren Klienten sicher helfen.»

 

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