Jahresbericht 2014

Claudia Lätsch

Berufliche Integration Caritas Wohnen

Claudia Lätsch arbeitet im Team von Caritas Wohnen in Sursee. Sie ist zuständig fürs Lager. Dabei kümmert sie sich um die Entgegennahme von Möbeln und anderen Waren. Sie entscheidet, was gut, was nicht mehr zu gebrauchen ist, kümmert sich um die Reinigung und die Weitergabe vom Lager in den Laden Wohnen Sursee.

In ihrem Team sind acht Teilnehmende der Beschäftigungsprogramme. «Bei uns läuft es momentan recht gut. Aktuell habe ich sehr starke Leute. Im Notfall muss ich aber bei allem einspringen können.» Sie schätzt den familiären Rahmen im Betrieb, wo alle einander helfen – die Festangestellten, aber auch die Teilnehmenden.

Ihr Team besteht aus Männern, «das ist ein anderer Umgang als in gemischten Teams oder mit Frauen» meint sie und hat damit kein Problem. «Ich bin klar und zeige, wo es langgeht. Und dann packe ich auch selbst mit an.» Kein Wunder, hat Claudia Lätsch doch einmal Zimmerin gelernt. Schon damals merkte sie, wer als Frau in einem Handwerksberuf etwas gut kann, ist schnell recht geachtet

 

«Ich habe nie das Problem, dass sie nicht arbeiten, wenn ich mit dabei bin. Das lässt wahrscheinlich der Stolz nicht zu.»

 

Mit den Teilnehmenden hat sie deshalb selten Probleme. Sie arbeitet mit und koordiniert die Aufgaben. «Ich habe nie das Problem, dass sie nicht arbeiten, wenn ich mit dabei bin. Das lässt wahrscheinlich der Stolz nicht zu» sagt die Zimmerin, die auch noch Sozialpädagogik studiert hat. Dieser Hintergrund unterstützt sie in der täglichen Arbeit mit den Teilnehmenden.

 

«Wenn etwas nicht klappt, dann suche ich das Gespräch und sage, was ich will.»

 

Gleichwohl schätzt Claudia Lätsch ihr aktuelles Arbeitsfeld. Arbeitsagogik liegt ihr näher als Sozialpädagogik. «In der Sozialpädagogik läuft viel über Beziehungsarbeit, was für mich manchmal zu nahe ist. Bei uns hier läuft es über die Arbeit. Das ist für mich einfacher, hat auch klarere Strukturen.» So sucht sie auch im Alltag die Balance zwischen Beziehung und Struktur. «Wenn etwas nicht klappt, dann suche ich das Gespräch und sage, was ich will. Ebenfalls suche ich manchmal die entsprechende Arbeit, die ein Teilnehmender machen kann und er dabei gefordert wird.» Pünktlichkeit, Respekt, an-der-Arbeit-bleiben sind Werte, die sie einfordert. Das ist – je nach Gruppendynamik – manchmal einfacher, manchmal komplizierter.

Für viele Teilnehmende, die nur ein halbes Jahr im Programm sind, bleibt die Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt ein Ziel, was sich nur zum Teil beeinflussen lässt: «Es sind ja meistens gestandene Männer, die ihre Erfahrung haben im Arbeitsalltag, da ist dranbleiben gefragt. Was wir machen können: Tagesstruktur anbieten, dass sie im Arbeitsalltag drinbleiben und sie dabei positiv stärken», meint sie und stellt dann fest, dass sie gerade Jüngeren gleichwohl etwas beibringen könne bezüglich Arbeitsdisziplin und dass Arbeit selten ein Wunschkonzert sei.

 

«Wenn ich von Schwierigkeiten erfahre oder die Teilnehmenden mir etwas erzählen, versuche ich mit Fachstellen zu vermitteln.»

 

Die Eigenständigkeit und die Eigenverantwortung der Teilnehmenden sind Claudia Lätsch wichtig. So bohrt sie nie nach, wenn sie ein Problem im privaten Bereich erspürt. «Wenn ich von Schwierigkeiten erfahre oder die Teilnehmenden mir etwas erzählen, versuche ich mit Fachstellen zu vermitteln.» So freut sie sich auch, dass sich die Zusammenarbeit mit dem Bildungsteam der beruflichen Integration entwickelt und sie sich mit den Coaches immer mehr austauschen und Rückmeldungen aus ihrer Erfahrung geben kann, ganz im Interesse der Förderung der Teilnehmenden.

Sie schätzt den Austausch, auch jenen mit dem Team am eigenen Standort in Sursee – «in einem Team, das die gleichen Grundregeln durchzieht. Und auch transparent ist, wer was macht.»

 

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